Blockchain, IoT und ERP – eine gemeinsame Zukunft?

Blockchain_IoT_EmasosIn Zukunft werden sich ERP-Systeme mit Blockchain, IoT und Smart Contracts immer mehr überschneiden. Für viele ist Blockchain lediglich ein IT-Hype der durch Bitcoin losgetreten wurde – dem ist jedoch nicht so. Gemeinsam mit IoT wird sie in Zukunft zu mehr Betriebseffizienz führen, vor allem durch voranschreitende Automatisierung.

Immer schneller werden neue Technologien entwickelt, neue Begriffe tauchen auf und wir stellen uns die Frage: “Was genau das bringt uns das alles?” Doch Technologien wie IoT und Blockchain werden Unternehmen erhebliche Vorteile bringen. Durch die konsequente Vernetzung entstehen aus konventionellen IT-Umgebungen große IoT-Ökosysteme.   

“Diese Ökosysteme werden heute immer komplexer. Sie bestehen aus Menschen, Maschinen, Software-Services, sowie vernetzten Geräten und Dingen”, erklärt Soheil Quanbari, CTO bei Emasos: “Die Blockchain erweitert IoT-Devices und -Dienste, indem sie die Zusammenarbeit mit den Menschen fördert und die Identität aller IoT-Einheiten im Netzwerk sichert.”

Doch wie sehen solche Ökosystem aus und wie beeinflussen sie heute und in Zukunft unsere Welt? Wir haben uns mögliche Anwendungsbereiche angeschaut, wo sie schon im Einsatz sind und wie diese Technologien in Zukunft mit modernen ERP-Systemen im Unternehmen einen gemeinsamen Organismus bilden werden.

 

Blockchain – Was ist das überhaupt?

Die meisten Menschen bringen Blockchain mit Bitcoin in Verbindung. Falsch ist das ja nicht, denn die Kryptowährung ist wohl das bekannteste und erfolgreichste Beispiel für eine Technologie die auf der Blockchain basiert. Trotzdem ist Blockchain nicht gleich Bitcoin, sie bietet weit mehr Anwendungsbereiche als nur die Finanzbranche.

Doch stellen wir uns die Frage was diese Blockchain überhaupt ist und welche Vorteile sie uns bringt. Eine kurze Erklärung von Gründerszene.de ist beispielsweise: “Die Blockchain ist eine gemeinsam genutzte Datenbanktechnologie, bei der Verbraucher und Lieferant einer Transaktion direkt miteinander verknüpft werden. Digitale Verträge, sogenannte Smart Contracts, sind ein Anwendungsbeispiel, das derzeit für Aufsehen sorgt.”

Im Prinzip ist die Blockchain eine dezentrale Datenbank. In diesem Fall bedeutet dezentral, dass die Datenbank nicht auf einem Server liegt, sondern über viele Computer verteilt ist. “Es gibt niemanden, dem dieses Journal gehört. Keine Behörde, Unternehmen oder Person hat Macht über dieses Journal. Jeder Teilnehmer hat die gleichen Zugriffsrechte und Möglichkeiten”, schreibt Maik Klotz, Autor und Berater, in seinem Gastbeitrag in IT-Finanzen.

 

Sicher, Transparent, geringe Transaktionskosten – Ideal für Business to Business

Der wesentliche Vorteil der Blockchain ist, dass sie weder manipuliert oder gehackt werden kann. Alle in einer Blockchain gespeicherten Daten oder Informationen sind also aus Prinzip echt und unveränderlich. Es braucht niemanden der sie verwaltet oder beglaubigt. “Die Datensicherheit wir durch die Verteilung der Datensätze auf mehrere Knotenpunkte gewährleistet. Dies verhindert einen böswilligen Daten-Zugriff von außen. Gleichzeitig wird jede Identität auf Basis der Schlüssel-Infrastruktur im gesamten Netzwerk gesichert”, erklärt Soheil Quanbari.

Ein Beispiel für Unternehmen wäre die Möglichkeit große Datenmengen unternehmensübergreifend zu sammeln und zu analysieren. Auch das automatisierte Erkennen von Schwachstellen in der Lieferkette, im Zahlungsverkehr und anderen Geschäftsprozessen ist ein möglicher Anwendungsbereich.

Werden Transaktionen zwischen Unternehmen getätigt, braucht es keine dritte Partei wie beispielsweise eine Bank oder einen Notar. Unternehmen sparen sich so Transaktionskosten und die Transaktionen laufen wesentlich schneller.

 

IoT – konsequente Vernetzung und automatisierte Kommunikation

Eine aktuelle IDC Studie geht davon aus, dass 2018 in Deutschland das Jahr des Durchbruchs für das Internet der Dinge werden könnte, obwohl es bis heute eher wenig Unternehmen einsetzten. Nur 34 Prozent der Befragten geben an Initiativen umgesetzt zu haben, jedoch 72 Prozent planen 2018 ein IoT-Projekt.

Doch welchen Zweck erfüllt das Internet der Dinge für Unternehmen? Es geht vor allem um konsequente Vernetzung über das Internet. Möglichst viele intelligente Gegenstände und Objekte, z.B. Fahrzeuge, Maschinen oder Haushaltsgeräte, ausgestattet mit Sensoren und APIs sollen miteinander Vernetzt werden um selbständig miteinander zu kommunizieren. Die gesammelten Daten bringen Unternehmen viele Vorteile, vorausgesetzt sie werden auch ausgewertet.

Unternehmen versprechen sich von IoT neue Serviceangebote, die Erschließung neuer Kundenpotenziale und effizientere Geschäftsprozesse – aber auch Impulse und Wettbewerbsvorteile. “Unternehmen können beispielsweise Lösungen anbieten, bei denen User ihre Sensoren, Geräte oder Maschinen registrieren können. Über die Blockchain lassen sich dann zum Beispiel durch Sensoren gesammelte Daten mit einer Kryptowährung handeln”, beschreibt Soheil Quanbari, Spezialist in Sachen Blockchain und IoT, einen möglichen Anwendungsbereich.    

 

              Anwendungsbeispiele in der Industrie und Logistik

Vor allem in der Industrie wird das Internet der Dinge bereits vielfach eingesetzt. Mit IoT können Maschinen- und Betriebsdaten überwacht werden. Analysen liefern beispielsweise Informationen, ob Produktionsparameter angepasst werden müssen um Stillstände und Verzögerungen zu vermeiden. Die durch Sensoren erhobenen Daten und Informationen können beispielsweise durch eine Analysesoftware ausgewertet und somit in das Qualitätsmanagement miteinbezogen werden.

Ein weiteres Beispiel wäre eine weltweit zentralisierte Analyse von Maschinen eines Unternehmens. Wenn jetzt beispielsweise eine Firma Maschinen produziert und sie weltweit an Kunden ausliefert, können über IoT Informationen über mögliche Detail-Verschleiße, Nutzungsverhalten oder Ähnliches einholt werden. Sozusagen eine globale Fernüberwachung. Kunden lassen sich so beispielsweise über mögliche Fehlkonstruktionen oder anstehende Wartungen vorwarnen.

Auch in der Logistik wird das Internet der Dinge schon vielfach eingesetzt. So lassen sich individuelle Gegenstände in Lagerhallen oder Häfen suchen. Routen können überwacht und die Qualität des Versandes gesteigert werden. Sensoren können den Transport empfindlicher Dinge verfolgen – Vibrationen der Ware, Öffnungen des Pakets oder Verzögerungen im Versand beispielsweise.

 

Wie beeinflusst Blockchain das Internet der Dinge?

Über die Blockchain können vernetzte Geräte nicht nur effektiv Daten austauschen, sondern sich über Smart Contracts auch koordinieren oder finanzielle Transaktionen durchführen.

Smart Contracts sind automatisierte Verträge, welche bei gewissen Ereignissen in Kraft treten. Praktisch gesagt sind es elektronische Verträge, die hinterlegte Regeln automatisch überwachen und vorgeschriebene Aktionen, bei vorliegen eines gewissen Auslösers, selbständig ausführen.

Ein mögliches Szenario: Maschinen können beispielsweise selbst Produktionsmaterialien, Ersatzteile oder Wartungsarbeiten anfordern, ohne dass eine Person involviert ist.

 

ERP-Systeme als Angelpunkt

Wir haben jetzt die Blockchain, IoT und einige Anwendungsmöglichkeiten beschrieben. Doch wie könnte ein mögliches Szenario aussehen, bei welchem ERP, IoT und Blockchain zusammenarbeiten?

Echtzeitdaten des IoT-Systems könnten beispielsweise an das ERP-System gesendet, diese wiederum für Prognosen oder Analysen verwendet werden. Automatisierte Unternehmensabläufe – von der Bestellung, der Produktion, über den Versand, bis hin zur Rechnung – lassen sich übersichtlich und in Echtzeit im ERP-System überwachen. Die Szenarien in denen diese neue Technologien zusammenarbeiten sind vielfältig.   

Ein mögliches Beispiel: Eine Kunde bestellt ein Produkt im Onlineshop eines Herstellers mit auftragsbezogener Produktion. Das ERP-System erstellt automatisiert einen Produktionsauftrag und leitet ihn an die Fertigung weiter.

Die Produktion des Produkts startet, Sensoren erkennen jedoch einen Materialmangel. Automatisch wird das benötigte Material bestellt und durch einen Smart Contract freigegeben. Ein Statusbericht über das Problem wird dem ERP-System übermittelt usw. Dem Kunden kann sofort eine Benachrichtigung über die Produktionsverzögerung und den voraussichtlichen Liefertermin gesendet werden.

Mit einem innovativen ERP als zentralem Angelpunkt können so alle Prozessabläufe optimiert werden. Es sind Informationen für die Produktentwicklung und die Qualitätssicherung vorhanden. Auch die Kommunikation mit Kunden, Partnern und Lieferanten kann optimiert, bzw. teilweise vollautomatisiert werden.

Was sich jetzt vielleicht nach Science Fiction anhört ist nicht so weit hergeholt. Teils sind solche Systeme schon im Einsatz. Mal komplexer, mal weniger. Wie sich so eine Zusammenarbeit in Zukunft weiterentwickeln wird, werden wir erforschen.  

 


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